Die energieintensiven Schritte bei der Zementerzeugung sind der Mahlprozess der Ausgangsrohstoffe (Rohmehl) sowie der darauffolgende Brennprozess (Sinterung) zur Klinkerherstellung. Bisher ging man in der Zementindustrie davon aus, dass sehr fein gemahlene Rohmehlmischungen zu einer höheren Zementqualität führen. Prinzipiell könnte eine hohe Energieersparnis erzielt werden, wenn die Zementrohstoffe nur grob gemahlen werden. Daher wurde im Rahmen des Forschungsvorhabens geklärt, ob prinzipiell die Reaktionsfähigkeit des groben Mahlguts für die Klinkerherstellung ausreichend ist oder ob zur Erreichung der gleichen Klinkerqualität eine Erhöhung der Brenntemperatur erforderlich ist.

Die Bauwirtschaft unterliegt generell einem strukturellen Wandel, da der Kostendruck auf Bauunternehmen und Zulieferbetriebe stetig zunimmt. Um Kosten weiter zu reduzieren, muss daher die Effizienz bei der Abwicklung von Bauvorhaben gesteigert werden. Im Zuge der Erstellung von Betonbauten bzw. Bauteilen gibt es wichtige prozessrelevante Entscheidungen, wie beispielsweise der Zeitpunkt des Ausschalens von Bauteilen. Diese Festlegungen haben eine wesentliche Auswirkung auf den Baufortschritt und die Qualität bzw. Lebensdauer des Bauwerks. Im Wesentlichen sind alle diese Entscheidungen von der frühen Festigkeitsentwicklung des Betons im Bauteil abhängig.