Umsetzung alternativer Konzepte der Betonherstellung unter Sicherstellung der Dauerhaftigkeit

Einleitung

Die Betonherstellung in Österreich basiert gemäß ÖNORM B 4710-1 „Beton – Festlegung, Herstellung, Verwendung von Konformitätsbewertung“ auf einem deskriptiven Ansatz. Dies bedeutet, dass aufbauend auf Erfahrungen bestimmte Kriterien festgelegt wurden, bei deren Einhaltung davon ausgegangen wird, dass eine entsprechende Erfüllung der Leistungsanforderungen an den Beton gegeben ist. Die festgelegten Kriterien sind die Einhaltung eines Mindestbindemittelgehaltes, eines maximal zulässigen W/B-Wertes (Wasser/Bindemittel-Wertes) und, falls erforderlich, Luftgehalt bzw. Luftporenkennwerte des Betons.

Neue Bindemittelarten bzw. ökologische Vorgaben, aber auch veränderte technische Anforderungen an Bauwerke verlangen des Öfteren den Nachweis der Gleichwertigkeit von alternativen Betonzusammensetzungen. Die europäische Rahmennorm zur Betonherstellung (EN 206) ermöglicht den Einsatz alternativer Konzepte der Betonherstellung:

Leistungsfähigkeit von Betonen für den Einsatz in Weißen Wannen Bauwerken ohne rissbreitenverteilende Bewehrung

Einleitung

Zur Erzielung dichter Bauwerke im Infrastrukturbau wird überwiegend das System der „Weiße Wannen Bauweise“ verwendet. Bei diesen Konstruktionen übernimmt der Beton sowohl die tragende als auch die abdichtende Aufgabe. Bauwerke benötigen demgemäß, bei ordnungsgemäßer Ausführung, keine zusätzliche Abdichtungsebene (z.B. Hautabdichtung).

Im Zuge der Überarbeitung der entsprechenden öbv-Richtlinie „Wasserundurchlässige Betonbauwerke – Weiße Wanne“ vom Februar 2018 wurden Betonsorten mit neuen Bindemittelkombinationen aus Zement und Zusatzstoff eingeführt. Diese Betonsorten werden als BS1plus Betonsorten bezeichnet und ermöglichen den vermehrten Ersatz von Zement mit Zusatzstoffen, wie z. B. AHWZ nach ÖNOMR B 3309.