Das Forschungsprojekt "Optimierter Verkehrsflächenbeton für den innerstädtischen Bereich" beschäftigte sich mit Möglichkeiten zur Reduktion der Oberflächentemperaturen in Relation des gewählten Straßenoberbaus. Charakteristisch für diese Flächen sind ein hoher Anteil von Schwerverkehr, eine vielseitige Nutzung und beengte Platzverhältnisse. Ein bisher wenig beachtetes Phänomen im urbanen Verkehrsraum ist dabei die Ausprägung von urbanen Wärmeinseln, den sogenannten "Heat Islands". Da Straßen etwa einen Anteil von 10 % der Gesamtfläche einer Stadt in Anspruch nehmen, können hier effiziente, langfristige Maßnahmen gesetzt werden. Ein Ziel des Projektes war, dass schon bei der Planung Baustoffe mit geeigneten Oberflächenhelligkeiten ausgewählt werden. Da ein kompletter Tausch des gesamten Fahrbahnaufbaues in vielen Fällen nicht sinnvoll ist, wurden Untersuchungen für die Ausführung der White-Topping-Bauweise (Einbringen einer dünnen Betonschichte auf die bestehende Asphaltkonstruktion) durchgeführt. Der Einsatz dieser Baumethode ermöglicht neben einem höheren Reflexionsvermögen auch die Erhöhung der Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit der Straßenkonstruktion.

Untersuchungen zum Nachfließverhalten

Die moderne Betontechnologie bringt Vorteile im Baufortschritt und der Machbarkeit von komplexen Bauvorhaben. Frisch- und Festbetonkennwerte können durch geeignete Wahl von Ausgangsstoffen und Betonzusammensetzung in scheinbar unendlichem Maße für das spezifische Einsatzgebiet optimiert werden. Durch den raschen Fortschritt und gleichzeitig ständig wechselnde Rahmenbedingungen (Einbaubedingungen, neue Betonzusatzmittel etc.) erhöht sich jedoch auch die Gefahr, dass die Optimierung einer bestimmten Eigenschaft eine andere negativ beeinflusst. Solch ungewünschte Nebeneffekte, die sich als Fehlstellen negativ auf das Bauwerk auswirken können, sind durch ständige Weiterentwicklung und begleitende, baupraktische Forschung weitgehend auszuschließen.